Zahnimplantate als Zahnersatz

Zahnimplantate einfach erklärt: Vorteile, Nachteile, Voraussetzungen, Haltbarkeit und Kosten

Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln, die im Kieferknochen verankert werden, um fehlende Zähne zu ersetzen. Gründe für ihre Beliebtheit liegen in den funktionellen und ästhetischen Eigenschaften. Denn Zähne sind die Visitenkarte nach außen, der erste Eindruck. Es ist daher nicht verwunderlich, dass vielen Menschen in ihrem Leben ein strahlendes und sympathisches Lächeln besonders wichtig ist. Manchmal kann es aber notwendig werden, einen geeigneten Zahnersatz zu finden. Denn größere Zahnlücken im Mund sind nicht nur ein optisches Problem. Durch den fehlenden Gegenhalt für die gegenüberliegenden Zähne können sich diese ebenso mit der Zeit lockern. Auch das Kauen funktioniert meist nicht mehr einwandfrei und löst Verspannungen aus. Eine etablierte Methode, um fehlende Zähne zu ersetzen, ist ein Zahnimplantat. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Patientinnen und Patienten über Zahnimplantate wissen sollten und bekommen Antworten auf die folgenden Fragen:

Was ist ein Zahnimplantat?

Implantate bestehen meist aus Titan oder Keramik und werden im Kieferknochen verankert, wo sie die Funktion einer natürlichen Zahnwurzel übernehmen. Dabei wird ein kleiner, aber stabiler Pfosten im Kieferknochen eingepflanzt. Er fungiert als Stütze für den Zahn. Die Einheilzeit kann je nach Knochensituation und Behandlungsart einige Monate betragen. Nach der Einheilphase dient diese künstliche Wurzel als Basis für die Befestigung der Implantatkrone, mehrgliedriger Brücken oder einer Totalprothese. Implantate ermöglichen den Ersatz einzelner Zähne, mehrerer Zähne oder sogar eines vollständig zahnlosen Kiefers. Wichtig dabei ist das verwendete Material des Zahnimplantats. Titan gilt seit Jahrzehnten als bewährtes Material in der Implantologie und wird aufgrund seiner hohen Biokompatibilität weltweit eingesetzt. Für Patientinnen und Patienten, die eine metallfreie Versorgung wünschen, können Keramikimplantate eine Alternative darstellen. Expertenfazit: In der Praxis zeigt sich, dass Implantatsysteme mit umfangreicher wissenschaftlicher Dokumentation und langjähriger Markterfahrung häufig besonders gut untersucht sind. Deshalb lohnt es sich, neben dem Preis auch auf Studienlage, Materialqualität und langfristige Herstellerunterstützung zu achten.

Für wen eignen sich Implantate und was sind die Voraussetzungen?

Zahnimplantate eignen sich besonders für Patientinnen und Patienten, die auf einen möglichst natürlichen und lang haltenden Zahnersatz Wert legen. In der Praxis werden sie eingesetzt, um einzelne oder mehrere Zähne zu ersetzen, Zahnprothesen Halt zu geben oder komplett zahnlose Kiefer zu behandeln. Eine wichtige Voraussetzung für Zahnimplantate ist eine gute Mundhygiene. Bei der individuellen Untersuchung wird der Zahnarzt auch prüfen, ob noch genügend Knochen vorhanden ist oder ob aufgrund von Knochenschwund vor dem Implantat ein Knochenaufbau notwendig ist.

Was sind die Vorteile und welche Alternativen gibt es?

Müssen Zähne ersetzt werden, gibt es mehrere Möglichkeiten. Neben Implantaten können Brücken oder auch Prothesen eingesetzt werden. Zahnimplantate haben gegenüber Brücken oder Prothesen den Vorteil, dass gesunde Nachbarzähne nicht abgeschliffen werden und Kaukräfte auf den Kieferknochen übertragen werden. Das kann den langfristigen Knochenerhalt stärken und einer Veränderung der Gesichtsform entgegenwirken. Prothesen bekommen mit Implantaten festen Halt, da sie angeklipst werden und so fest mit dem Kiefer verbunden sind. Zahnprothesen müssen an noch bestehenden Zähnen befestigt werden, um den notwendigen Halt zu erreichen. Bei komplett zahnlosen Kiefern fehlt dieser Halt oftmals. Die Folgen daraus sind Reibestellen durch lockere Prothesen. Selbst wenn noch eigene Zähne vorhanden sind, sind diese manchmal zu locker, um als Pfeiler für die Prothesen zu dienen. Aus diesem Grund empfehlen Zahnärzte oft Implantate, an denen die Zahnprothese verankert wird. Das kostet am Anfang etwas mehr, kann aber dazu beitragen, Folgeprobleme zu reduzieren. Hier finden Sie die wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten übersichtlich in einer Vergleichstabelle zusammengefasst:
Merkmal Zahnimplantat Zahnbrücke Prothese
Ersatz einzelner Zähne Sehr gut geeignet Gut geeignet Weniger geeignet
Totalersatz bei zahnlosen Kiefern Sehr gut geeignet Nicht geeignet Gut geeignet
Fester Halt Sehr hoch Sehr hoch Nicht immer
Auswirkungen auf den Knochenabbau Kann zum Knochenerhalt beitragen. Wirkt dem Knochenabbau nicht entgegen. Wirkt dem Knochenabbau nicht entgegen.
Nachbarzähne bleiben gut erhalten Ja Nein, müssen beschliffen werden. Ja
Pflegeaufwand Wie natürliche Zähne Wie natürliche Zähne Herausnehmen erforderlich
Lebensdauer Oft über 20 Jahre oder länger Meist 10 bis 15 Jahre Meist 10 bis 15 Jahre
Natürliche Ästhetik Sehr hoch Hoch Mittel
Expertenfazit: Zahnimplantate gelten heute als langlebige und funktionell hochwertige Möglichkeit, fehlende Zähne zu ersetzen. Im Gegensatz zu Brücken müssen meist keine gesunden Nachbarzähne beschliffen werden. Zusätzlich kann die Belastung des Implantats zum Erhalt des Kieferknochens beitragen.

Gibt es Nachteile?

Zahnimplantate bieten viele Vorteile, passen jedoch nicht zu jeder Ausgangssituation und jedem Patienten. Da für das Einsetzen ein chirurgischer Eingriff erforderlich ist, müssen zunächst die Voraussetzungen im Kieferknochen geprüft werden. In manchen Fällen kann zusätzlich ein Knochenaufbau notwendig sein. Zudem liegen die Kosten häufig über denen einer klassischen Brücke oder Prothese. Auch die Einheilphase benötigt Zeit. Ob Zahnimplantate die passende Lösung sind, lässt sich am besten im Rahmen einer zahnärztlichen Beratung klären.

Wie lange halten die künstlichen Zahnwurzeln?

Moderne Zahnimplantate gehören zu den langlebigen Formen des Zahnersatzes. Bei guter Mundhygiene und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen können sie viele Jahre oder sogar Jahrzehnte funktionieren.

Was kosten Zahnimplantate?

Die Kosten für Implantate setzen sich aus dem Honorar für die zahnärztliche Leistung und den Kosten für das Implantat selbst zusammen. Ebenso können weitere notwendige Maßnahmen eine Rolle spielen. Manchmal ist zum Beispiel zusätzlich ein Knochenaufbau notwendig. Das prüft der Zahnarzt mit einem Röntgen. In der Praxis läuft das wie folgt ab: Nach dem Beratungsgespräch mit dem Patienten wird der Zahnarzt alle notwendigen Untersuchungen vornehmen und anschließend ein individuelles Angebot erstellen. Expertenfazit: Die Kosten eines Zahnimplantats hängen nicht nur vom Implantat selbst ab. Auch Diagnostik, Planung, Knochenangebot, verwendete Materialien und die persönliche Ausgangssituation beeinflussen den Behandlungsumfang. Deshalb ist eine persönliche Untersuchung notwendig, um die tatsächlichen Kosten seriös einschätzen zu können. Bei größeren Behandlungen lohnt es sich, eine Zweitmeinung einzuholen.

FAQ

Zahnimplantate sind für viele Patientinnen und Patienten eine bewährte Möglichkeit, fehlende Zähne zu ersetzen. Voraussetzung sind unter anderem eine gute Mundhygiene und ausreichend Kieferknochen für eine stabile Verankerung des Implantats. In manchen Fällen können Vorerkrankungen, bestimmte Medikamente oder ein ausgeprägter Knochenabbau die Behandlung beeinflussen. Ob Zahnimplantate die passende Lösung sind, lässt sich im Rahmen einer individuellen zahnärztlichen Untersuchung feststellen.

Das Einsetzen eines Zahnimplantats erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung, sodass während des Eingriffs meist keine oder nur geringe Schmerzen verspürt werden. Nach der Behandlung können vorübergehend leichte Schwellungen oder Beschwerden auftreten, die in vielen Fällen mit herkömmlichen zahnärztlich empfohlenen Schmerzmitteln gut kontrollierbar sind. Moderne digitale Verfahren können helfen, den Eingriff vorab zu planen und präziser durchzuführen.

Die Einheilphase kann je nach Ausgangssituation mehrere Wochen bis einige Monate dauern. In dieser Zeit verbindet sich das Implantat mit dem Kieferknochen und bildet die stabile Grundlage für den späteren Zahnersatz. Die genaue Dauer hängt unter anderem von der Knochenqualität und dem Umfang der Behandlung ab. Es ist jedoch möglich, bereits während der Einheilphase ein Provisorium anzubringen, das später beispielsweise durch die bleibende Zahnkrone ersetzt wird.

In der Regel verbindet sich das Implantat stabil mit dem umliegenden Knochen. In seltenen Fällen kann es jedoch zu Problemen bei der Einheilung oder zu Entzündungen des umliegenden Gewebes kommen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine gute Mundhygiene tragen dazu bei, das Risiko zu reduzieren. Titanimplantate gelten als besonders biokompatibel, das heißt sie werden vom Körper meist sehr gut vertragen. Bei besonderen Fragestellungen oder bekannten Materialunverträglichkeiten kann eine individuelle Abklärung sinnvoll sein.

Grundsätzlich können auch Raucher Zahnimplantate erhalten. Allerdings kann Rauchen die Durchblutung des Gewebes beeinträchtigen und dadurch die Einheilung erschweren oder genauso wie eine schlechte Mundhygiene die Langlebigkeit des Implantats gefährden. Deshalb wird häufig empfohlen, den Nikotinkonsum insbesondere rund um die Behandlung möglichst zu reduzieren.

Ein Knochenaufbau kann erforderlich sein, wenn der vorhandene Kieferknochen schon so weit abgebaut ist, dass er nicht für eine stabile Implantatversorgung ausreicht. Deshalb ist es wichtig, bei Zahnverlust oder Parodontitis ohne große Verzögerungen eine zahnärztliche Beratung einzuholen, um weiteren Knochenabbau möglichst früh zu erkennen oder zu begrenzen. Ob ein Knochenaufbau notwendig ist, wird im Rahmen einer individuellen Untersuchung und Diagnostik festgestellt. In der Zahnheilkunde gibt es mehrere Methoden, die eingesetzt werden können.

Für die Langlebigkeit von Zahnimplantaten sollten diese genauso sorgfältig gepflegt werden wie natürliche Zähne. Dazu gehören die tägliche Reinigung mit Zahnbürste und geeigneten Hilfsmitteln für die Zahnzwischenräume sowie regelmäßige Kontroll- und Prophylaxetermine.

In der Regel handelt es sich um sogenannte Privatleistungen. Das heißt die Kosten sind von den Patientinnen und Patienten zu tragen. Allerdings können sie eventuell bei einer zahnmedizinischen Zusatzversicherung eingereicht werden. Ob und in welchem Umfang Kosten übernommen werden, hängt von der individuellen Situation und den Regelungen der jeweiligen Krankenversicherung ab.

Beratung in meiner Praxis

Ob Zahnimplantate in Ihrem individuellen Fall sinnvoll sind, lässt sich am besten bei einer persönlichen Untersuchung klären. Weitere Informationen zur Beratung und Behandlung finden Sie auf unserer Leistungsseite zu Zahnimplantaten in Klagenfurt.

Die Inhalte dieses Beitrags basieren auf allgemein anerkanntem Fachwissen der Implantologie, klinischer Erfahrung sowie den folgenden wissenschaftlichen Quellen:

De Souza AB, Papaspyridakos P, Weber HP, Vazouras K, Matarazzo F. Effect of dental implant therapy on the preservation of orofacial tissues: A systematic review and meta-analysis. Clin Oral Implants Res. 2023 Sep;34 Suppl 26:240-256. doi: 10.1111/clr.14106. PMID: 37750525.

https://www.dginet.de/leitlinien/materialunvertraeglichkeiten-bei-dentalen-implantaten/

Silva, RCS; Agrelli, A.; Andrade, AN; Mendes-Marques, CL; Arruda, IRS; Santos, LRL; Vasconcelos, NF; Machado, G. Titan-Zahnimplantate: Ein Überblick über angewandte Nanobiotechnologie zur Verbesserung der Biokompatibilität und Prävention von Infektionen. Materials 2022 , 15 , 3150. https://doi.org/10.3390/ma15093150

 

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Dr. Jörg Hannesschläger

Zahnarzt Dr. med. dent. Jörg Hannesschläger

betreibt seit 2012 eine Praxis für Zahnmedizin und Kieferorthopädie in Klagenfurt (Kärnten). Er publiziert zu Themen wie Zahnregulierungen mit der unsichtbaren Zahnspange und verbindet dabei aktuelles Wissen aus regelmäßigen Fortbildungen mit Erkenntnissen aus seiner Praxistätigkeit. Dr. Hannesschläger ist als gerichtlich beeideter Sachverständiger für Zahnmedizin tätig.